Lohnt sich ein Master? Alles Wissenswerte auf einen Blick
von Evelyn, aktualisiert am 04.02.2021
Evelyn, aktualisiert am 04.02.2021
Höhere Gehaltsaussichten dank des Masters: ein Grund, nach dem Bachelor weiterzustudieren. Zumindest für diejenigen, die beim Thema Finanzen hoch hinaus wollen. Doch stimmt das wirklich? Im Folgenden erfährst du alles über die Vor- und Nachteile eines Masterstudiums, über die Studiengänge, in denen ein Master angebracht oder sogar Pflicht ist und sonstige Kriterien, die bei der Entscheidung für oder gegen das Weiterstudieren eine Rolle spielen.
Was genau hat es mit dem Masterabschluss auf sich?
Bachelor oder Master - eine Frage, die sich viele Studierende im Laufe der Zeit stellen. Bei der Antwort, welcher der lohnenswertere Abschluss ist, spalten sich die Meinungen. Das macht deutlich, wie abhängig diese Entscheidung von den individuellen Prioritäten der Jobanwärter ist. Entscheidend ist auch, was du studierst.
Grundsätzlich heißt es, mit dem Master hebt sich ein Hochschulabsolvent von der Masse ab. Er wird quasi zum Experten seines Fachbereiches. Zudem ermöglicht es eine Doktorarbeit mit anschließender Promotion. Für wen Letzteres nicht infrage kommt, sollte sich überlegen, welchen Vorteil er aus einem "Sich-von-der-Masse-Abheben" ziehen würde. Bessere Jobchancen? Ein höheres Gehalt? Oder einfach nur mehr Ansehen im Verlauf der Karriere? Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sowie die Verdienstmöglichkeiten hängen nicht zwangsläufig mit dem erweiterten Abschluss zusammen.
Bachelor versus Master
Neben der Vertiefung deines Fachwissens und dem zusätzlichen akademischen Titel gibt es Berufe, in denen der Master dir den Weg für höhere Positionen freimacht. Allerdings gilt das nicht für jeden Bereich. Oftmals reicht der Bachelor auch aus. Dann würdest du nur wertvolle Zeit, in der du schon fleißig Geld verdienen könntest, verlieren. Je eher du in das Berufsleben einsteigst, desto früher sammelst du kostbare - und die von vielen Unternehmen gewünschte - Berufserfahrung. Du erarbeitest dir auf diesem Weg einen praktischen Vorsprung, der dir Gehaltserhöhungen ermöglicht. So kannst du zum Zeitpunkt des Berufseinstiegs eines Masterabsolventen mit deiner Praxiserfahrung beim gleichen Gehalt angelangt sein. Mit dem bereits verdienten Gehalt der ersten Berufsjahre im Rücken.
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Welche Rolle spielt die Größe des Unternehmens?
Darüber hinaus hat die Hochschul-Recruiting-Studie aus dem Jahr 2014 einen interessanten Fakt herausgefunden: In größeren Unternehmen können Bachelorabsolventen sogar mehr verdienen, als Akademiker mit Master in kleineren Unternehmen. Das zeigt, dass sich der Bachelor durchaus etabliert hat. In der Studie wird deutlich, dass das Gehalt mit der Größe des Unternehmens steigt.
Ob das nun ein ausschlaggebender Aspekt für die Wahl deines Wunsch-Unternehmens sein soll, musst du selber wissen. Wem das Geld nicht so wichtig ist, und stattdessen mehr Wert auf ein "familiäreres" Arbeitsumfeld legt, dürfte sich von diesem Ergebnis (zumindest in Hinsicht auf das Gehalt) nicht beirren lassen. Alle Berufseinsteiger, die ihr Hochschulstudium mit einer Promotion absolviert haben, dürfen sich jedoch unabhängig von der Unternehmensgröße über ein höheres Einkommen freuen.
Für welche Studiengänge benötigst du einen Masterabschluss?
Die Psychotherapie und das Lehramt sind zwei typische Beispiele, in denen der Master (wie in den meisten staatlich regulierten Berufen) zur vollständigen akademischen Ausbildung gehört. Die gehobenen Positionen im öffentlichen Dienst bedürfen ebenfalls eines Masters zur Grundlage. Und auch in Fächern wie Geowissenschaften, Informatik, Mathe, Biologie, Chemie und Physik stellt der Masterstudiengang ein Muss dar.
Allerdings bringt dir ein wenig Praxis auch noch anderweitig Vorteile: Arbeitest du während des Masters in einem Unternehmen deiner zukünftigen Branche, knüpfst du wichtige Kontakte. Das kann dir bei einer Festanstellung zu Gute kommen. So kannst du zum Beispiel auch deine Masterarbeit in einem Unternehmen schreiben. Auf diese Weise machst du dir einen Namen und verschaffst dir selbst einen Eindruck darüber, ob die Firma zu dir passt.
In diesen Bereichen reicht der Bachelor aus
Studiengänge wie Soziale Arbeit oder Journalismus hingegen profitieren eher von der Berufserfahrung und benötigen somit weniger akademisch erlernte Kenntnisse, die auf der Theorie basieren. Dies trifft im Allgemeinen auf alle Geisteswissenschaften zu. Auch was den Gehaltsunterschied angeht, stehen Studenten der Kommunikationswissenschaften oder des Marketings nicht besser da, wenn sie noch ihren Master hinterherschieben.
Deine persönlichen Prioritäten
Lohnt sich ein Master für dich? - Diese Frage solltest du dir selbst stellen und dabei alle für dich wichtigen Kriterien mit einbeziehen. Fällt dir das theoretische Lernen leicht und möchtest du dir weiteres Wissen aneignen (das dann auch für deinen weiteren Berufsweg entscheidend ist), macht es Sinn, weiterzustudieren. Solltest du eher praktisch veranlagt sein oder erfordert dein anvisierter Beruf kein zusätzliches theoretisches Wissen, ist der Schritt in die Arbeitswelt sinnvoller.
Hier lohnt sich ein Masterstudium am meisten
Juristen haben die besten Karten, wenn sie noch ein paar Jahre dranhängen. So können Wirtschaftsjuristen (Bachelor of Laws) mit etwa 3.200,00 Euro im Monat rechnen, wohingegen Volljuristen nach dem zweiten Staatsexamen schon mit 4.600,00 Euro pro Monat durchstarten können (Quelle: absolventa). Auch Wirtschaftswissenschaftler können mit einem deutlichen Plus rechnen. Zu Beginn ihrer Karriere können sie dank eines Master-Abschlusses mit ungefähr 6.000,00 Euro mehr Bruttogehalt im Vergleich zu einem Bachelor-Abschluss planen. Im Finanz- und Rechnungswesen sieht die Lage ähnlich aus.
Um dir das selber ausrechnen zu können, soll dir folgende Faustregel als Orientierungshilfe dienen: Bei einem Einstiegsgehalt von 30.000,00 Euro im Jahr nach abgeschlossenem Bachelorstudium würde sich der Master erst lohnen, wenn dieser bei drei weiteren Studienjahren 3.000,00 Euro mehr Gehalt einbringt. Ein Bachelor-Anfangsgehalt von 35.000,00 Euro erfordert mit Master 4.000,00 Euro mehr pro Jahr. Kannst du mit deinem Bachelor direkt zu Beginn 40.000,00 Euro im Jahr verdienen, sollte es mit Master ein Plus von 4.500,00 Euro geben, damit sich der Mehraufwand des Studierens rentiert.
Vorteile und Nachteile - Die wichtigsten Details im Überblick
Vorteile (je nach Studienrichtung!):
- Erlangung maßgeblichen Fachwissens
- Erwerb akademischer Titel
- Chancen auf verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten
- Bessere Gehaltsaussichten
Nachteile:
- Verzögerter Berufseinstieg
- Später einsetzender Verdienst (Evtl. finanzieller Verlust aus der Studienzeit)
- Je nach Berufszweig kein finanzieller Gewinn im Vergleich mit dem Bachelorabschluss (Aufwand und Ertrag stehen nicht im Verhältnis zueinander)
Lohnt sich ein Master nun - ja oder nein?
Ob ein Masterstudium sinnvoll ist oder nicht, hängt also von verschiedenen Faktoren ab. Zusammengefasst kannst du dir merken: Der Nutzen (bezogen auf das Erlernte und den Verdienst) des Masterabschlusses ist abhängig vom Studiengang und deinen persönlichen Vorstellungen von einem angemessenen Posten. Nicht unerheblich ist zudem die Frage, was dir Spaß macht und was zu dir passt: Noch ein paar weitere Jahre Theorie oder doch lieber so schnell wie möglich rein in die Praxis? Mit Einbezug all dieser Aspekte wirst du den für dich richtigen Weg finden. Viel Erfolg dabei!