Haushaltsbuch? Wie dir das beim Kostenmanagement hilft

Hochschulinitiative Deutschland

von Petra, 16. Februar 2022

Hochschulinitiative Deutschland

von Petra, 16. Februar 2022


"Am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig..." oder wie lautete der Spruch nochmal? Mit dem Beginn des Studiums beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der viele Freiheiten aber auch Verantwortung mit sich bringt. Gerade anfangs fällt es nicht leicht, den Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu behalten. Wie dir ein simples Haushaltsbuch dabei helfen kann, die Kontrolle über deine Finanzen zu bewahren, erfährst du in diesem Artikel.

Der Beginn des Studiums bedeutet für viele junge Menschen vor allem eines: Unabhängigkeit und Freiheit! Endlich eine eigene Wohnung beziehen, interessante Erfahrungen sammeln und neue Leute kennenlernen. Doch die neu gewonnene Freiheit bringt auch eine gewisse Verantwortung mit sich - du musst dich plötzlich selbst um deine Finanzen kümmern. Schließlich müssen Miete, Strom, Internetkosten, Essen und was sonst noch so zum eigenständigen Leben dazugehört, gedeckt werden. Vielleicht wirst du auch noch von deinen Eltern unterstützt oder erhältst BAföG, dennoch gehört die Verwaltung deiner Finanzen nun zu deinen Aufgaben. Damit du nicht den Überblick über deine Finanzen verlierst, empfiehlt es sich ein Haushaltsbuch zu führen.

Warum sollte ich ein Haushaltsbuch führen?

Einmal hier ein Coffee-to-go für 2 Euro, einmal da 10 Euro für eine Zimmerpflanze für die Studentenbude und dann noch die neue Staffel deiner Lieblingsserie auf Amazon für 20 Euro - gerade diese vielen kleinen Ausgaben wirken sich auf den Kontostand aus. Die finanzielle Situation von Studierenden ist sehr individuell, dennoch gilt eine Grundregel: Du hast pro Monat einen bestimmten Geldbetrag zur Verfügung (durch Job, BAföG oder Zuschuss der Eltern) und musst mit diesem alle deine Ausgaben decken können.

Ein Haushaltsbuch kann dir dabei helfen, deine Finanzen zu ordnen. Das mag auf den ersten Blick zwar altmodisch anmuten, verschafft dir aber viele Vorteile:

  • Du erhältst einen guten Überblick über deine Finanzen
  • Du verstehst deine Einnahmen und Ausgaben besser
  • Du spürst unnötige Ausgaben auf
  • Du erfährst, an welchen Stellen du Geld einsparen könntest
  • Du behältst die Kontrolle über deine Finanzen
  • Du erkennst eine mögliche Rentenlücke
  • Du wirst in deiner Zielerreichung unterstützt wie z.B. Sprachreise oder finanzielle Freiheit

Was führe ich im Haushaltsbuch konkret auf?

In deinem Haushaltsbuch listest du alle deine Einnahmen und Ausgaben auf. Du musst jetzt nicht jeden einzelnen Coffee to go darin notieren, allerdings lohnt es sich, deine Ausgaben in sinnvolle übergeordnete Kategorien aufzuteilen. So könnte der Coffee to go z.B. in der Kategorie "Lebens-, Nahrungs- & Verbrauchsmittel" gemeinsam mit anderen Ausgaben wie regulären Lebensmittel-Einkäufen und der Pizza vom Lieferservice erscheinen. Stimme die Kategorien am besten auf deine jeweilige Lebenssituation ab. Als junger Studierender fallen bei dir möglicherweise höhere Kosten für Ausgehen und Entertainment an, weshalb dieser Kostenfaktor natürlich gesondert berücksichtigt werden sollte. Diese Rubrik könntest du dann differenziert in Unterkategorien einteilen.

Wertvoller Tipp: Unterteile die Kategorien in fixe und variable Kosten. Zu deinen Fixkosten gehören u.a. Miete, Strom oder Internetkosten. Diese bleiben jedes Monat gleich und lassen sich nicht so leicht reduzieren wie der variable Anteil. Unter die variablen Kosten fällt z.B. Essen oder Unterhaltung. Hier lassen sich meist Einsparungen erzielen.

Das Führen eines Haushaltsbuchs erfordert zunächst etwas Disziplin. Schließlich musst du nun alle deine Belege sammeln und in das Buch oder die App eintragen. Du könntest deine Belege in einer Schachtel sammeln und z.B. am Ende des Monats ins Haushaltsbuch eintragen. Wenn du viel mit deiner Karte bezahlst, solltest du selbstverständlich auch deinen Kontoauszug heranziehen, um eine Übersicht über deine Transaktionen zu erhalten.

Um dein Haushaltsbuch, übersichtlicher zu gestalten, könntest du die folgenden Kategorien verwenden:

Einnahmen:

  • Gehalt von Neben- oder Teilzeitjobs
  • BAföG
  • Kindergeld und sonstige Zuschüsse
  • etc.

Wohnen:

  • Miete
  • Strom
  • Internet
  • Heizkosten
  • etc.

Versicherungen:

  • Hausratsversicherung
  • Evtl. studentische Krankenversicherung
  • Unfallversicherung
  • etc.

Mobilität:

  • Semesterticket
  • Kosten für das Auto (z.B. Spritkosten, Versicherung etc.)
  • etc.

Bildung:

  • Lehrbücher
  • Semesterbeitrag
  • etc.

Verträge:

  • Netflix & Co.
  • Internet
  • Handyvertrag
  • etc.

Verpflegung, Kleidung & Hygieneartikel:

  • Lebensmittel
  • Getränke
  • Alle gekauften Kleidungsstücke
  • Haar- und Hautpflege
  • Klopapier
  • Zahnpflege
  • etc.

Entertainment:

  • Besuche in Bars, Clubs, Restaurants etc.
  • Konzertbesuche
  • etc.

Noch ein wichtiger Tipp an dieser Stelle: Trage deine Einnahmen und Ausgaben die ersten drei Monate wirklich diszipliniert ein. So entsteht eine Routine und du gewinnst ein Verständnis dafür, wohin dein Geld Monat für Monat fließt. Um ein Haushaltsbuch zu führen, stehen dir sowohl analoge als auch digitale Hilfsmittel zur Verfügung.

Finanz-Crashkurs Studenten Hochschulinitiative
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Analog oder digital?

Du kannst dein Haushaltsbuch sowohl analog als auch digital führen. Wenn du nicht so technikaffin bist, kannst du deine Kosten einfach in einem DIN A4 Notizbuch eintragen. Das Schema könnte folgendermaßen aussehen:

  1. Am linken oberen Rand trägst du das Datum ein.
  2. In der ersten Spalte links stehen deine Einkünfte (i.d.R. nur am Monatsanfang einzutragen)
  3. Die zweite Spalte ist für die Summe deiner Ausgaben reserviert.
  4. In den weiteren Spalten trägst du die verschiedenen Kategorien deiner Ausgaben ein.
  5. Am unteren Seitenende wird dann jede Spalte zusammengerechnet und die Gesamtsumme der Ausgaben in der zweiten Spalte notiert.
  6. Unter der Summenzeile, notierst du dir dann noch den Restbetrag für den Monat. Also die Differenz zwischen Einnahmen und Augaben.

Schon mit diesem einfachen Schema ist es möglich, ein Haushaltsbuch zu führen. Du kannst das Schema natürlich auch so abändern, wie es dir am besten passt. Wenn du dein Haushaltsbuch lieber am Laptop abspeichern wilst, findest du im Netz einige kostenlose Haushaltsbuch-Excel-Vorlagen - oder du nutzt einfach unseren kostenlosen Finanzplaner!

Welche Vorteile bietet eine Haushaltsbuch-App?

Du hast keine Lust auf Zettelwirtschaft im Schuhkarton und möchtest dein Haushaltsbuch immer bei dir haben? Dann ist eine Haushaltsbuch App perfekt für dich geeignet. Inzwischen gibt es zahlreiche "MoneyControl-Apps", die dir dabei helfen, den Überblick zu bewahren. Diese Haushaltsbuch-Apps sind sowohl für Android als auch iOS verfügbar und kostenlos erhältlich:

  • Haushaltsbuch: Money Manager
  • Monefy
  • MoneyControl
  • Haushaltsbuch Kosten Manager

Eine Haushaltsbuch-App bietet viele Vorteile. Du kannst deine Finanzen jederzeit abrufen und schnell checken, ob der Konzertbesuch oder das neue Tablet überhaupt noch drin sind diesen Monat. Außerdem kannst du deine Ausgaben sofort in der App eintragen - das spart viel Zeit. Allerdings braucht es manchmal auch etwas Zeit, bis man die richtige App für sich selbst gefunden hat. Bei kostenlosen Apps musst du Werbung oder eingeschränkte Möglichkeiten in Kauf nehmen. Außerdem gibt es Haushaltsbuch Apps mit Kontoanbindung und ohne. Eingaben und Ausgaben lassen sich so noch leichter erfassen. Du behältst so stets den Überblick über dein Giro-Konto und andere Konten.

Finanz Apps: So gehst du richtig damit um

So praktisch Finanz-Apps auch sind, so sehr kommen bei manchen Lesern vielleicht auch Zweifel bezüglich der Datensicherheit solcher Apps auf. Gerade wenn du dich dazu entschließen solltest, dein Konto anzubinden, ist Datensicherheit ein wichtiges Thema. Und auch wenn du eine App ohne Kontoanbindung nutzt, sind im digitalen Haushaltsbuch sensible Daten enthalten, auf die kein Dritter Zugriff haben soll. Inzwischen gibt es jedoch zahlreiche gute Apps, die ein hohes Maß an Schutz bieten und über verschiedene Sicherheitsvorkehrungen verfügen.

Allerdings will auch der eigene Umgang mit Finanz-Apps gelernt sein. Mit deinem eigenen Verhalten trägst erheblich du dazu bei, deine sensiblen Daten bestmöglich zu schützen. Lade Money Apps daher immer nur aus offiziellen App-Stores herunter, lies dir die AGB aufmerksam durch und checke auch, welche Zugriffsrechte die App haben möchte. Bei extrem vielen Zugriffsrechten solltest du misstrauisch werden.

Wenn am Ende des Monats wieder Geld übrig bleibt

Abschließend lässt sich also festhalten, dass Haushältsbücher ein enorm hilfreiches Werkzeug sind, um den Überblick und die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu behalten. Gerade wenn du erst mit dem Studium begonnen und noch nicht so viel Erfahrung in der Verwaltung deiner Finanzen hast, kann die Kostenaufschlüsselung im Haushaltsbuch eine wertvolle Hilfe darstellen.

Ob du dein Haushaltsbuch analog oder digital führst, ist selbstverständlich Geschmackssache. Wenn du dich für eine praktische Haushaltsbuch-App entscheiden solltest, kannst du deine Einnahmen und Ausgaben jederzeit checken. Doch auch ein analog geführtes Haushaltsbuch wird dir dabei helfen, deine Finanzen im Blick zu behalten. Am Ende des Monats bleibt so garantiert wieder Geld übrig, das du eventuell sogar für deine Traumreise, dein Traumauto oder andere Wünsche zurücklegen kannst.